Im Fieber! – Eine Recherche der anderen Art

Für mich war es das Eintauchen in eine mir bis dahin unbekannte Welt.
Mein Herz schlägt ein wenig heftiger, als ich mich, gemeinsam mit meiner 10 jährigen Tochter, dem hell erleuchteten Curt-Frenzel-Stadion und Ausburg nähere.
Vor dem Eingang für die Fans mit den Dauerkarten treffen wir J. und W. deren Hochzeit in einigen Wochen ansteht. Sie sind Fans der Augsburger Panther. Im Fußball würde mal vielleicht sagen „Ultras“, aber ich glaube eine solche Bezeichnung gibt es im Eishockey nicht. Jedes Spiel der Panther nehmen sie mit, seit Jahren.
Im Gespräch wurde schnell klar, dass man diese Faszination nur sehr schwer mit Worten beschreiben kann. Dieses Fieber muss man selbst erlebt haben. Einmal im Fanblock stehen, die Gesänge und die Trommeln durch den eigenen Körper vibrieren lassen und mitgezogen werden vom Feuer das  #nurderAEV zum lodern bringt.
Erklären können hätte es mir keiner. Darum haben sie mich kurzerhand eingeladen, mir selbst ein Bild zu machen.
Und J. und W. davon hörten, dass meine Tochter schon immer einmal zum Spiel der Panther wollte, durfte sie kurzerhand auch mit. (Danke nochmal, ihr habt das Kind unglaublich glücklich gemacht!!)

Und dann stehen also wir da, mit unserem Getränk in der Hand, eng an eng im Fanblock in der ersten Reihe. Kontaktscheu darf man hier wirklich nicht sein, aber schon draußen in der Warteschlange fiel mir auf: Alle gehen ausgesprochen freundlich und höflich miteinander um. Der Sport mag ziemlich brutal sein, seine Fans sind es nicht.
Das Licht geht aus. Durch den mit Luft gefüllten Pantherkopf flitzt das Team aufs Eis.  Die Mannschaft wird vorgestellt und der Fanblock beginnt mit einem routinierten Dialog: Der Ansager nennt die Nummer und den Vornamen des Spielers, der Fanblock brüllt in einer lautstarken Einheit den Familiennamen.

Und dann geht es los. Anstoß. Oder wie heißt das beim Eishockey? (Bully, sagt Google) Natürlich habe ich vorher die Regeln studiert, um nicht völlig doof dazustehen. Aber in der Realität geht alles viel zu schnell und ich kriege nur noch mit, wenn der Fanblock nicht mit der Meinung der Schiris konform geht, (lautes Gebrüll, Pfeifen, viele Mittelfinger!) oder ein Tor fällt. Die Stimmung ist unglaublich, irgendwann lasse ich mich anstecken und klatsche und „singe“ mit was das Zeug hält: „Augsburg, Augsburg, schieß ein Tor für uns!“

Meine Tochter strahlt übers ganze Gesicht. Der Abend wird für sie perfekt, als ich ihr in der zweiten Drittelpause einen Schal schenke, den sie nun, wie die großen Fans, schwenken kann. W. und J. erklären mir alles Mögliche über Eishockey und erklären geduldig meine Fragen.

Heiser geschrien (zum Glück ist noch nicht Hauptsaison!) und ziemlich kaputt vom langen stehen und der ganzen Action fahren wir schließlich wieder nach Hause. Augsburg hat an diesem Abend verloren (2:6). Was aber dem Spiel und der Faszination keinen Abbruch getan hat.
Und nun weiß ich auch, wovon ich schreibe, wenn ich mich bald hinsetzen werde, um eine Eishockeyrede, für ein Eishockey-Paar zu schreiben.

Danke für dieses wunderbare Erlebnis!

Alles Liebe Eure Nue

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