Prämienbilder

Heute habe ich mir selbst eine Prämie ausbezahlt.
Im Grunde hat das alles erst einmal wenig mit meiner Arbeit als Traurednerin zu tun, denn es geht in erster Linie darum, dass ich mich heute dafür belohnt habe, trotz gesundheitlicher Hindernisse, bis heute fast 20 kg abgenommen zu haben. Das ist allerdings keine so leichte Sache, denn beim Blick in den Spiegel stelle ich immer wieder fest, dass da gut und gerne noch einmal so viel weg könnte. Genau das wollte ich nun aber einmal bewußt beiseite schieben. Nicht den ganzen Berg auf einmal betrachten, sondern wahrnehmen, was bis Stand heute schon erreicht ist und stolz darauf sein. Im Kleinen wie im Großen. Das alles mal von außen betrachten, durch die Augen eines Fremden.
Aus diesem Grund habe ich mir heute ein Fotoshooting gegönnt. Ich sehe völlig anders aus, fühle mich auch – auf eine sehr schwer zu beschreibende Art – anders und jetzt möchte ich auch, dass man das sieht!
Also war ich heute mit der tollen Fotografin Miriam Sebald von Schneeglückchen Fotografie im Schaetzlerpalais und wir hatten zwei wunderbare, lustige und kreative Stunden voller echtem aber auch künstlichem Lachen.
Miriam habe ich dieses Jahr auf einer Hochzeit kennengelernt und war mich im Anschluß sicher, dass sie meinen Charakter gut zur Geltung bringen wird, auch wenn ich mich, nach meinem Empfinden, vor der Kamera wie ein Holzklotz bewege. Im Nachgang kann ich sagen, dass sie sehr viel kreativen Blödsinn aus mir raus gekitzelt hat und die Fotos bestimmt ganz viel werden, aber nicht steif!

Ihr dürft also gespannt sein. Ich bin es auch!

 

Neue Bilder

Ich weiß schon was ihr denkt: erst schreibt sie über Monate nur ein paar Beiträge und dann spammt sie uns voll. Nun, es ist mal wieder Winterpause und ich habe Zeit und Resourcen für kreatives Schaffen.

Aus diesem Antrieb heraus habe ich heute die tolle Miriam von Schneeglückchen Fotografie angerufen und mit ihr einen Termin vereinbart.

In zwei Wochen ist es so weit. Ihr dürft Euch also über neue Bilder freuen!

Mittragen – Gedanken zu (m)einer Ehe oder: Liebesbrief an meinen Mann

Die Welt ist in Aufruhr. Die große Welt da draußen, mit ihren Widersprüchlichkeiten, dem Hass und der Liebe, der Angst und dem Mut und dem Wind der Veränderung, der über allem liegt.
Die kleine Welt um mich herum, ist seit einigen Monaten ebenfalls im Wandel.  Beziehungen gehen nach vielen Jahren auseinander, Menschen hinterfragen und entwickeln sich, schlagen hart in der Realität auf, oder wachsen über sich hinaus.

Ich stehe dazwischen, nicht wie ein Fels – das wäre ich gerne – eher wie der Kieselstein am Wegesrand, der das alles über sich hinwegfegen sieht, all das wahrnimmt und sich fragt: Und was ist mit mir? – Was ist mit uns?

Wir beide sehen uns an und beginnen zu verstehen, was unsere Ehe ausmacht. Warum ein Ende nicht in Sicht ist. Noch ganz lange nicht, weil wir noch so viel vor haben, so uns das Leben die Zeit gibt. Wir beginnen zu verstehen, warum die Liebe auf dem ganzen Weg, der auch manchmal steinig, schweigsam, wuterfüllt und einsam war, trotzdem nicht auf der Strecke geblieben ist.

Nicht, weil wir hoffnungslose Romantiker sind. Sondern, weil es Werte gibt, die uns verbinden. Trotz aller Innigkeit und Liebe, trotz aller Veränderung über die Jahre – und wir haben viele Veränderungen durchlebt – sind wir uns immer selbst treu geblieben, du und ich. „I`m not gonna live my life on one side of an ampersand“ heißt es in einem Lied von Amanda Palmer. „Ich werde mein Leben nicht auf der einen Seite eines „&“ leben.“ Wir definieren uns nicht über unsere Beziehung und wir defnieren uns nicht über einander. Wir sind füreinander Geliebte, ebenbürtige Partner, Manager eines Familienunternehmens, Freunde und so vieles mehr. Und: wir sind, wer wir sind. Persönlichkeiten mit eigenen Interessen, die wir teilen oder nicht teilen, mit unseren Freundschaften, unseren Stärken und Schwächen. Wir wachsen miteinander, geben uns Raum für Veränderung. Wir stützen einander, oder helfen uns über die Schwelle. Wir sind nicht immer einer Meinung, doch wir haben Respekt voreinander. Und uns ist klar, dass wir sind nicht für das Glück des jeweils anderen verantwortlich sind.  Dennoch muss jede Veränderung, jede neue Ausrichtung des Weges, von uns beiden getragen werden. Nur so funktioniert es. Das Leben ist ein Fluss und wir sind einem stetigen Wandel unterworfen. Innen wie außen. Wir haben vor vielen Jahren diese Herausforderung angenommen und ich denke, wir machen das nicht so schlecht.

Vielleicht fegt der Wind auch deshalb manchmal so über uns hinweg. Weil wir dem standhalten können. Ich danke dir dafür.

 

 

Instagram

Ich gebe es offen zu: Ich habe es nicht so mit sozialen Medien. Ich bin noch nie bei Facebook gewesen und entgegen aller Unkenrufe, finden mich meine lieben Paare trotzdem.  Privat bin ich auf Twitter sehr aktiv, beruflich verirrten sich die letzten Jahre nur ein paar wenige Menschen auf meine Twitteraccount.

Gestern schob mich meine liebe Freundin und Lektorin Tatjana Weichel (Wortfinesse) in Richtung Instagram. Ein Fotomedium liegt mir eigentlich ganz gut. Es wird sich zeigen, was daraus erwächst.

Von nun an könnt Ihr also viel über mich (auch privat) erfahren, wenn Ihr mir auf Instagram folgt! https://www.instagram.com/diewortfinderin/

Liebe Grüße Eure Nue

Zeig dich Augsburg!

Meine liebe Stadt,

Seit über 10 Jahren bewohne ich dich. Ich mag dich, mit deinen Schrulligkeiten, dem augschburgerischen „Charme“ und der gleichzeitig so warmherzigen Art deiner Bürger. Ich liebe dein hohes Friedensfest, an dem Menschen einfach Menschen sind, die miteinander Essen teilen, miteinander fröhlich sind und sich gegenseitig so nehmen wie sie sind.

Ich mag es, dass du so bunt, so bayerisch-alternativ und kleinstädtisch-kosmopolit bist. Du passt zu mir, ich fühl mich mit dir wohl.
Am Samstag veranstaltet hier die AfD ihren Parteitag. Aber weißt du was? Ich glaube das kann dich nicht schocken! Ich glaube, dass deine Bürger viel offener sind, als man dem gemeinen Bayern zutraut und auch energischer und aktiver.  Ich seh sie schon vor mir, die bunten Fahnen, die bunten Menschen und ich weiß, es werden viele sein, die ein Zeichen setzen. Nicht gegen etwas, sondern für (Mit-) Menschlichkeit, Tolerzanz, Mut und eine offene Gesellschaft.

Dies ist mein Wortfinderinnen-Blog. Hier geht es um Hochzeiten und Liebe. Heute nutze ich ihn für mein politisches Statement, denn kein Statement zu setzen, geht in diesen Zeiten nicht mehr.

Ich werde den Samstag vielleicht nur am Rande mitdemonstrieren können. Hier ein kleiner Videogruß, an alle da draußen, die laut, bunt, fröhlich und sichtbar ein Zeichen für unser Augsburg setzen, so wie wir es auch weiterhin leben wollen! #keinenMeter

Magic Moments

Ich schreibe in meinen Reden viel über sogenannte „magic moments“. Über wunderbare, einzigartige Augen-Blicke zwischen zwei Menschen, wenn es knistert, Funken sprüht  und die Welt für einen Moment zur Seite tritt. Es geh um die Liebe und die Liebe ist Magie von ihrer schönsten und geheimnisvollsten Seite.

Aber auch ich habe meine magischen Momente. Wenn ich zum Beispiel über eine Rede lange brüten musste, weil die Geschichte des Paares viele Ecken und Kanten hat, die erzählt und doch auf gar keinen Fall erzählt werden dürfen. Wenn ich dann in den Augen des Paares sehe, dass sie bei jedem Wort verstehen, was ich ihnen sagen will, dass sie ganz genau zwischen den Zeilen heraushören, dass ich ihre Geschichte verstanden habe, sie auch für sie erzähle, ihre Gäste aber etwas ganz anderes hören, dann ist das einer meiner magischen Momente.

„Nue, ich bin ganz ehrlich und bitte sei mir nicht böse. Als wir uns trafen, dachte ich: „Ja, das wird halt eine Rede werden.“ Was du aber gesagt hast, das hat mich ganz tief in der Seele berührt.“ Die Worte eines Bräutigams… ein magischer Moment, bei dem mir fast die Tränen kamen.

Diese kleinen Augen-Blicke. Zu sehen ich habe den Kern berührt, ich habe das Paar verstanden. In ihren Augen zu sehen, dass es etwas mit ihnen macht…. das ist es, wofür ich jeden Morgen an meinem Laptop sitze und schreibe.

 

Eine Karte

Vor beinahe zwei Jahren machte ich bei einem Postprojekt mit. Hier ging es darum, jemandem eine Karte zu schicken und selbst eine zu bekommen. Ich schickte also eine Karte an eine mir völlig fremde Person und erhielt eine, von einer anderen, völlig fremden Person.
Das wäre nicht weiter ungewöhnlich, oder gar bemerkenswert, wenn sich aus dieser Situation nicht folgende Geschichte entsponnen hätte:

Die Frau, die mir meine Karte schrieb, erzählte mir von einem Ort, den sie gerne aufsucht, der ihr wichtig ist. Sie beschrieb diesen Ort auf der Karte so genau, dass ich ihn erkannte. Vor vielen Jahren hatte ich in seiner Nähe gewohnt und ihn auch öfter besucht. Tatsächlich fand sich in meinem Sammelsurium an Postkarten noch eine, die ich über all die Jahre aufbewahrt hatte – von eben jenem Ort!
Ich kontaktierte die Organisatorin dieses Projekts und fragte nach, ob ich die Adresse der Kartenschreiberin für eine Rückantwort bekommen könnte. Sie holte sich das ok und so ging die Karte auf die Reise in ihre alte Heimat.

Die Empfängerin freute sich sehr und so könnte das das Ende der Geschichte sein. Aber was hätte sie dann hier auf dem Wortfinderinnenblog verloren? Worte verbinden? Ja! Und zwar auf ganz ungewöhnliche Weise!

Über ein Jahr später nämlich, bekam ich eine Anfrage zu einer freien Trauung… von eben jener Kartenschreiberin… Inzwischen haben wir geplant und ich freue mich auf diese Trauung, ganz in der Nähe dieses besonderen Ortes, der uns zusammengebracht hat.

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Die Karte, eines ganz besonderen Ortes. Wer erkennt ihn wieder?

Pannenhilfe

Was ich an meinem Beruf so liebe? Es wird nie langweilig! Kein Paar gleicht dem anderen, ihre Geschichten sind immer wieder neu, auch wenn sie alle zum selben Ergebnis führen (Liebe und Ehe) und die Begegnungen sind jedes Mal einzigartig.

Letzte Woche war ich im Allgäu bei einem strahlenden, jungen Paar, das ganz wunderbar erdverbunden im Leben steht. Zwei Landkinder, wie sie im Buch stehen, aber mutig ihr Ding einfach durchzuziehen. Eine freie Trauung hat man im Dorf sicher auch noch nicht alle Tage gesehen.

Da die Trauung im Wald stattfinden wird, entschieden wir uns für eine Ortsbegehung.
Wo steht der Tisch? Wie machen wir das mit dem Einzug? Brauchen wir noch zusätzliche Bänke? Wir planten und ich ließ mir ganz viel darüber erzählen, was diesen Ort für die Beiden ausmacht.

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Im Sommer wird der Kirschbaum zwar nicht mehr blühen, aber dennoch eine wunderbare Kulisse für das Paar sein.

Etwas durchgekühlt, aber guter Laune machten wir uns auf den Weg zum Parkplatz. Gerade als wir dort ankommen steigt ein Mann in seinen VW-Bus, schert nach hinten aus, kommt dabei zu weit nach hinten und gerät mit den Hinterreifen in den tiefen Schnee im Acker. Seine erste Reaktion ist, zuviel Gas zu geben und so manövriert er sich auch noch mit dem einen Vorderrad in den Schnee. Er steckt fest.
Der angehende Bräutigam läuft los und holt eine Schaufel aus dem Schuppen im Wald, die angehende Braut und ich ziehen Äste und Nadelzweige aus dem Wald. Dank des Sturms die Woche zuvor finden wir ausreichend Material.
Es wird gegraben, geschoben, (zuviel) Gas gegeben, untergelegt und noch mehr geschoben. Am Ende sehen wir aus wie Waldarbeiter, aber das Auto ist wieder frei. In der Zwischenzeit ist auch die Frau des Fahrers eingetroffen, sie war noch mit dem Hund unterwegs. Als wir ihr erzählen, dass wir gerade hier sind um eine Hochzeit zu planen, prägt sie sich das Datum ein. Sie sagt sie kommt … als Dankeschön.

Die weitere Plaung verlief ohne besondere Vorkommnisse. Bei leckerem Apfelkuchen besprachen wir die Details der Trauung. Die Braut erzählte mir, dass sie vor einigen Wochen in einer ähnlichen Situation war. Am selben Ort hatte sie eine Autopanne. Innerhalb weniger Minuten waren drei Helfer zur Stelle.
Mitmenschlichkeit und Hilfsbereitschaft scheinen oft ein rares Gut zu sein. Ich aber denke: Man muss nur genau hinschauen und bereit sein auch zu Geben, dann findet man sie noch häufig.

Langeweilig wird es mir jedenfalls mit meinen Paaren nicht.
Ich bin gespannt ob die VW-Fahrer tatsächlich zur Trauung erscheinen. Das wäre schön.

Winterpause! Winterpause?

So ab Ende Oktober wird es in der Regel stiller an der Hochzeitsfront. Über Weihnachten tröpfeln meist einige Terminanfragen für das neue Jahr herein, werden angenommen oder abgesagt, je nachdem wie mein Kalender aussieht und sonst passiert nicht viel.

Ich widme diese Zeit gerne meiner Familie, die mich über die Sommermonate häufig entbehren muss. Außerdem ist es die Zeit, in der, ganz typisch, viel Liegengebliebenes aufgearbeitet wird: Papierkram, Fotos auf die Seite hochladen, Blog schreiben, Steuererklärung, Buchhaltung, neue Kontakte knüpfen, alte wieder auffrischen … alles was eben im laufenden Betrieb gerne mal ein bisschen zu kurz kommt.

Normalerweise. Naja sagen wir so: Die letzten Jahre war ich das so gewohnt. Dieses Mal ging die Saison schon deutlich früher los. Die ersten Anfragen für 2018 kamen schon im Mai 2017 und bis zum Ende des Jahres war mein Kalender so rappelvoll, dass ich nun alle weiteren Anfragen leider enttäuschen muss. Dementsprechen starteten wir auch schon sehr früh mit den Gesprächen und Planungen. Das war für mich neu, ungewohnt, aber auch sehr schön, weil der Vorlauf zu den Hochzeiten nun viel größer ist und ich nun die Reden ein wenig entspannter schreiben kann.

Trotzdem ist die Winterpause natürlich irgendwie eine Pause gewesen, denn die Wochenenden gehörten weitgehend meiner Familie und mir. Eine Zeit die ich sehr genieße und die mich nun mit vielen schönen Gedanken, energiegeladen in die neue Saison starten lässt!

Ich freue mich auf „meine“ Paare 2018!

Sposa bagnata – Sposa fortunata

„Eine gebadete Braut ist eine glückliche Braut“ sagt ein altes italienisches Sprichwort.
Natürlich wünsche ich mir für alle meine Paare den strahlendsten Sonnenschein des Jahres und wenn es regnet, dann doch bitte schön nur rote Rosen oder Wiesenblumen und Konfetti.

Meistens ist ist das auch so. Es gibt Monate in denen hat man nahezu eine Schönwettergarantie (August und September) und es gibt Monate in denen bange ich um jede Hochzeit (Mai und Juni). Leider können die Paare das schöne Wetter weder bei mir, noch beim taffesten Wedding-Planer mitbestellen. Schade! Aber so bleibt es spannend.

Darum ist es besonders wichtig für den Fall der Fälle dass das Wetter sich nicht so wattewolkenrosig abzeichnet, einen guten und vorallem schönen Plan B zu haben.
Nichts ist trauriger, als am Tag der Trauung, auf den wir alle lange hingearbeitet und Ihr als Paar Monate hingefiebert habt, in einem lieblos dekorierten Unterstand oder einem nüchternen Trauzimmer das Notprogramm zu starten.

Also muss eine Alternative von vorn herein eingeplant werden.

Oder Ihr seid so nervenstark und humorvoll, wie die liebe K. und der liebe M. es dieses Jahr auf ihrer Hochzeit waren. Ihre Hochzeit  hat es leider zu Beginn ziemlich verwaschen. In der Nacht zuvor wütete ein schlimmer Sturm über Bayern, Bäume wurden entwurzelt, Äste lagen überall herum und alles, aber auch alles war nass. Das Hotelpersonal tat mit einer Armee von Gärtnern ein kleines Wunder und so war alles Tipp-topp für die Trauung. Nur leider begann es vor der Zeremonie wie aus Kübeln zu gießen.Mein Paar ließ sich davon jedoch keineswegs aus der Ruhe bringen. Die beiden waren völlig gelassen und kurzerhand haben wir ein Zeitfenster abgewartet in dem es nicht regnete, die Tische und Stühle getrocknet und die Trauung konnte doch noch draußen stattfinden.

Hier im Video könnt Ihr Euch (unscharf und bisschen wackelig…) einen Eindruck davon machen, wie eine verregnete Hochzeit aussieht:

Und auf diesen Bildern davon, wie es aussehen kann, wenn man einfach entspannt bleibt:

Die Bilder wurden mir freundlicherweise vom Paar und von der Fotografin Nina Solansky zur Verfügung gestellt.